Richtig Streiten: 6 Anti-Drama-Tipps

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Wir alle wissen, in Beziehungen, in denen nie gestritten wird, ist etwas faul. Denn Konflikte können überall entsehen und gehören nun einfach mal mit dazu. Die Augen davor zu verschließen oder alles stillschweigend hinzunehmen, ist nicht die Lösung. Dinge, die wir in uns hineinfressen, brodeln still und leise vor sich hin. Und dann knallt es meistens sehr laut. Zu laut. Besser ist es da, Konflikten von Beginn an ins Auge zu sehen. Sieben Tipps, wie man richtig streitet, ohne dass dabei Türen laut knallen müssen.

Schau mir in die Augen Baby – und nur mir!

Zuallererst solltet ihr den richtigen Zeitpunkt abwarten. Zwischen Tür und Angel oder wenn einer der Beziehungspartner sehr gestresst ist, sind schon mal schlechte Rahmenbedingungen. Falls ein Aufschieben aus bestimmten Gründen nicht möglich ist, solltet ihr euren Partner zumindest auf die Seite nehmen, um ein 4-Augen-Gespräch mit ihm führen. Vor weiteren Anwesenden fällt es noch schwerer, sich Fehler einzugestehen und diese zuzugeben. Außerdem kann es die Gefühle des Partners verletzen, wenn Dritte mithören oder sich gar einmischen. Findet man keine Lösung, kann es jedoch nicht schaden, eine weitere objektive Person zurate zu ziehen, vorausgesetzt beide Partner sind damit einverstanden.

Bitte kein IMMER und ÜBERALL: Pauschalisierungen vermeiden!

Achtet darauf, das Problem direkt zu benennen. Leider neigen wir alle dazu, schnell zu verallgemeinern, im Sinne von: „Immer lässt du mich links liegen!“ Leichter fällt es mit Kritik umzugehen, wenn sich diese auf eine bestimmte Situation bezieht. Auch weiß man dann genau, worum es geht und kann direkt Stellung dazu nehmen. Vor allem Männer können mit einer konkreten Situation viel besser umgehen.

Tunlichst vermeiden: Du-Sätze und Beleidigungen

Ein weiterer, meist unbewusster Fehler ist, dass wir in Du-Sätzen sprechen á la „Du bist so rücksichtslos!“ Die Folge ist, dass sich euer Gegenüber persönlich angegriffen fühlt, sofort zu macht und zurückschießt: „Nein, das stimmt nicht!“ Kommt euch das nicht bekannt vor? Besser ist es da, in sogenannten Ich-Botschaften zu sprechen, wie zum Beispiel: „Ich fühlte mich übergangen, als du mich zu diesem Thema nicht um meine Meinung gefragt hast.” Dass Beleidigungen fehl am Platz sind, müssen wir nicht näher erklären. Dass ein „Du bist so ein Schwein!” weniger gut ankommt, ist wohl klar.

Stichwort Empathie: über den eigenen Tellerrand gucken

Empathie ist die Fähigkeit, Mitgefühl zu empfinden und sich in eine andere Person und in ihre Lage hineinversetzen zu können. Damit lösen sich eine Reihe von Konflikten meist schon von selbst. Leider haben gerade Männer damit häufiger Schwierigkeiten als Frauen, da wir von Natur aus mitfühlender sind. Für einen positiven Konfliktausgang ist es wichtig, sich um gegenseitiges Verständnis zu bemühen, quasi warum der Partner in bestimmter Weise fühlt oder entsprechend handelt. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist, seine Gefühle zu erklären und gleichermaßen dem anderen zuzuhören.

Purer Egoismus kontra Kompromissbereitschaft

Wie so oft im Leben ist es auch gerade in einer Partnerschaft wichtig, nicht stur auf sein Recht zu beharren oder seine Wünsche um jeden Preis durchsetzen zu wollen. Oft lässt sich ein Weg in der Mitte finden, von dem beide etwas haben. Das hält zudem flexibel und man bleibt offen für Neues. Vor allem ist Kompromissbereitschaft auch ein Zeichen von Liebe und bringt Potenzial für eine langanhaltende Beziehung mit sich. Schließlich sollen sich beide Partner innerhalb der Beziehung wohlfühlen.

Verzeihen und Vergangenes begraben

Schon eine alte chinesische Weisheit besagt: „Verzeihen ist keine Narrheit, nur ein Narr kann nicht verzeihen.” Dem Partner immer wieder alte Fehltritte vorzuhalten und an Stellen herauszukramen, die mit der Streitsache an sich nichts zu tun haben, bringen euch beide nicht weiter. Nur wer verzeiht, gibt dem anderen auch die Chance, es das nächste Mal besser zu machen und sich ändern zu dürfen. Allerdings: Sich selbst verzeihen, gehört genauso mit dazu!