Normcore – wenn Mode aus der Mode kommt

Normal plus Hardcore ist Normcore, und der letzte Schrei in der Modeszene. Hipster haben ihn neu erfunden, den Normalo-Look. Ultranormal und durchschnittlich zeigt sich der Trend, der eigentlich keiner sein soll. Wir verraten euch, was Undercover-Fashionistas in den Straßen der Metropolen heute tragen.

Oh Gott, was trage ich heute, was morgen und was in der neuen Saison? Endlich dürft ihr euch zurücklehnen, liebe Fashionistas! Denn wer Normcore trägt, pfeift auf den Modehype. Eigentlich. Individualisten, die im Mainstream verschwinden wollen, setzen damit Ihr Statement. Gewollt unbewusst und unauffällig in der Masse untertauchen, das steckt hinter Normcore.

Wie der Unisex-Look funktioniert

Der Look ist einfach und Low-Budget, denn alles, was bequem und normal ist, ist Normcore. Flohmarktfummel und Stangenware, fast alles ist erlaubt. Stilelemente sind alltägliche Casual-Kleidungsstücke wie T-Shirts, Kurzarmhemden, Hoodies, Jeans- oder Chinohosen. Oft mit Schmuddeltouch und übergroß, erinnert uns der Look ein bisschen an die junge Courtney Love, Witwe des Nirvana Leadsängers Curt Cobain († 5. April 1994). Doch selbst Modegurus wie Nathalie Hartley, Modechefin der „Glamour“, Rachel Wang, Market Director für das Modemagazin „Nylon“ lassen sich mittlerweile im beliebten Einheitslook blicken. Das einzige “Don’t”: Krawatten oder Blusen gehören nicht zum Normcore-Stil. Und was ist mit Labels? Darüber streiten sich die Modegeister – gut sichtbare Mainstreamlabels um Prestige zu vermitteln vs. deren vollkommener Verzicht. Deshalb kleidet euch nach Lust und Laune und versucht dabei so normal wie nur möglich auszusehen!;-)

Kritik an Normcore & Fazit

Überall laufen heiße Diskussionen: Was ist Norm und was nicht? Wie will man beweisen, was unbewusst gewollt ist und was nicht? Böse Zungen schimpfen ihn den ,Hauptsache-hässlich‘-Look. Dass er das nicht ist, zeigt zumindest Streetstyle-Star Nasiba Adilova, die in Normcore einfach extrem stylish und damit ganz und gar nicht Mainstream aussieht. Die eigentliche Philosophie des Normcores ist somit – streng genommen – verfehlt. Thomas Huber vom Zukunftsinstitut im STYLEBOOK-Interview: „Bei Normcore geht es eher um einen aktuellen Modetrend, im Sinne eines sehr kurzlebigen, sehr kommunikationsorientierten Antitrends. Das funktioniert gut in den Medien und innerhalb der Modebranche – eine allgemeine gesellschaftliche ‚Ist-mir-doch-egal‘-Haltung daraus abzuleiten, wäre aber bizarr.“