Milchprodukte – ja oder nein?

Quark
Auch für Quark und Joghurt gibt es vegane Alternativen.

Fruchtjoghurt, Milchmixgetränke und das Müsli am Morgen mit Quark und leckeren Früchten – ach, wie sehr wir es lieben! Doch nicht nur für Vegetarier stellt sich dabei die Frage: Sollte man auf Milch besser verzichten und ist sie nun wirklich so ungesund oder nicht? Denn fast überall hört und liest man, von den ach-doch-so-bösen Milchprodukten und Vorwürfen, den Kälbern doch nicht die Milch wegzutrinken. Wir haben das Thema rund um Milchprodukte mal etwas genauer unter die Lupe genommen und verraten Euch zudem leckere Alternativen.

Milch als Lebensmittel

Natürlich gibt es Menschen, die Milchprodukte nicht vertragen, und die deshalb zurecht darauf verzichten. Anderen schmeckt es einfach nicht, doch alle diejenigen, die Milchprodukte gerne essen oder sich ihren Kaffee ohne Milch nicht vorstellen können, sind oft von schlechtem Gewissen geplagt. Dabei gilt es, in erster Linie auf den eigenen Körper zu hören. Denn der teilt uns meist schon mit, ob wir ein Nahrungsmittel vertragen oder nicht. Zudem ist nicht jeder Mensch gleich. Denken wir zum Beispiel an die unterschiedlichen Typen nach Ayurveda, für die nicht alle Nahrungsmittel gleich gut geeignet sind und dementsprechend unterschiedlichen Ernährungsempfehlungen folgen.

Was die Sache mit den Kälbern und deren Milch wegtrinken angeht, natürlich ist das streng genommen ein Argument. Doch ganz ehrlich, das ist eine Grundsatzdiskussion, die jeder für sich selbst entscheiden muss. Überspitzt ausgedrückt dürften wir Mutter Erde dann auch keine Pflanzen wegessen, oder? Grundsätzlich gibt die Kuh mehr Milch, als dass das Kalb trinken kann. Und denkt man zurück, haben die Menschen schon fast immer Milch als Teil Nahrungsquelle verwendet. In Indien gibt es sogar Regionen, in denen sich Yogis und Bewohner sogar fast ausschließlich von Milch ernähren und viel mehr, auf die positive gesundheitliche Wirkung schwören und trotz Milch ein hohes Alter erreichen. So schlimm kann es demnach nicht sein. Denn Tatsache ist, dass Milch neben der hohen Nährstoffdichte auch in anderen Bereichen durchaus gesundheitsfördernd wirkt.

Bio und die Menge macht’s!

Wichtig ist, so wie bei allen Nahrungsmitteln, dass auf Qualität und die Produktionskette geachtet wird. Es liegt auf der Hand, dass Milch vom Biobauern gesünder ist, als aus der Massenproduktion. Und wie bei allem, die Menge macht es aus! Von was auch immer wir zu viel verzehren, kann schnell ungesund und unverträglich werden. Selbst das Superfood Avocado kann bei übermäßigem Verzehr schlimme Bauchkrämpfe erzeugen oder auch zu viel der gesunden ungesättigten Fettsäuren wie in bestimmten Pflanzenölen fördern Entzündungen, was die wenigsten wissen. Auch zu große Mengen an Sojaprodukten kann unter Umständen toxisch wirken. Selbst die stark vereinfachte Behauptung, dass Milch Kalzium entzieht, bleibt eine Theorie. Denn auch hier macht es die Menge aus, und zudem benötigen wir Vitamin D3 und C, um Kalzium zu verwerten. Es spielen immer mehrere Faktoren zusammen. Was wir damit sagen wollen, macht Euch nicht verrückt! Wenn Euch Milchprodukte schmecken und Euer Körper danach verlangt, solltet ihr es in Maßen auch genießen dürfen.

Milchersatz: Von Sojamilch bis hin zur selbst gemachten Mandelmilch

Wer dennoch auf Kuhmilch aus dem Speiseplan streichen will, und damit ganz besonders auf seine Gesundheit achtet oder einfach nur den Tieren zuliebe verzichten will, dem bleiben viele leckere Alternativen. Euer Müsli am Morgen gibt es also auch weiterhin! Neben Sojamilch und -joghurt, Reismilch, Hafermilch und Co könnt ihr zum Beispiel auch einmal Mandelmilch ausprobieren. Die gibt es fertig im Supermarkt, gesüßt oder ungesüßt, für die ganz Gesunden unter Euch. Der wohlschmeckende Milchersatz kann auch sehr einfach selbst zubereitet werden. Im Internet gibt es viele Rezepte, in denen Ihr Mandelmus (aus dem Bioladen) mit Wasser und Süßungsmittel (z. B. Vollrohrzucker, Honig, Ahornsirup oder Agavendicksaft) im Mixer zubereiten könnt. Sehr lecker wird Mandelmilch, wenn Ihr entsteinte Datteln dazugebt. Sogar Butter und Sahne lässt sich mit damit herstellen. Anstelle der Mandeln könnt ihr übrigens auch andere Nussmischungen verwenden und Abwechslung in die Küche bringen. Also, Mandel gut, alles gut!