Kleiner Schnupperkurs: Ernährung nach Ayurveda

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Ayurveda bedeutet soviel wie „Wissen vom Leben“ und ist eine alte traditionelle Heilkunst indischen Ursprungs. Wer sich nach dieser ganzheitlichen Lehre gesund ernähren möchte, muss seine Nahrungsmittel typgerecht auswählen und dazu ein paar einfache Regeln beachten. Wir haben ein wenig recherchiert und verraten Euch das Wichtigste, um Ayurveda einmal anzuschnuppern.

Vata, Pitta und Kapha: die drei Konstitutionstypen

In der ayurvedischen Ernährungslehre werden drei Typen unterschieden, die je nach Körperbau, Haut- und Haarbeschaffenheit als auch nach individuellen Bedürfnissen und Beschwerden ihre Zuordnung finden. Ein Vata-Typ ist in der Regel dünn und feingliedrig, mit dünnem Haar und trockener Haut, im Gegensatz zum, zu Übergewicht neigenden, Kapha-Typ, der zudem schnell ermüdet und oft unter Antriebslosigkeit leidet. Der athletisch-sportliche Pitta-Typ neigt zu Sommersprossen und errötet oft schnell, hat scharfe, kantige Gesichtszüge und ein feuriges Gemüt. Im Netz findet Ihr zahlreiche Internetseiten, die Onlinetests zur genauen Bestimmung der Konstitutionstypen anbieten. Steht euer Typ fest, heißt es nun, zu den richtigen Nahrungsmitteln zu greifen und eure Essgewohnheiten entsprechend anzupassen.

Allgemeine Empfehlungen für die drei Konstitutionstypen

Bist Du vom Typ Vata, sind warme, regelmäßige Mahlzeiten aus gekochter und nährender Kost und warme Getränke das Richtige für Dich. Maß halten bei Kartoffeln, Tomaten, Brokkoli und grünen Bohnen. Als Fette eignen sich alle Pflanzenöle und Ghee (Schmalzbutter aus Kuhmilch). Die empfohlenen Geschmacksrichtungen sind salzig, sauer und süß. Die ideale Süße für Vatas: reife, süße und saftige Früchte.

Pitta-Typen haben gemäß ihres feurigen Gemüts ein ebenso starkes „Verdauungsfeuer“ und neigen deshalb zu Heißhunger. Viel Flüssigkeit ist daher wichtig. Kalte und warme Speisen in nicht zu großen Mengen, insbesondere aus Hülsenfrüchten und Kartoffeln, geben euch ausreichend Brennstoff. Frittiertes und Gebratenes heißt es zu meiden. Die Pitta-Geschmacksrichtungen sind bitter, süß und herb. Besonders gesundheitsfördernd: 1x im Monat Saftfasten.

Als Kapha-Typ ist es wichtig, den Speiseplan mit viel bitterem und herbem Gemüse zu füllen und dafür umso weniger Fleisch und schwer im Magen liegende Nahrungsmittel zu verzehren. Speisen als auch Getränke dürfen warm sein. Schärfe im Essen tut Euch gut. Honig, Dicksäfte und Ahornsirup sind von Kaphas zu bevorzugende Süßungsmittel. Extreme Fastenkuren sind tabu, 1x pro Woche ein Fastentag jedoch ideal.

Ayurveda-Ernährungsprinzipien für alle

Es gibt jedoch ein paar Regeln, die Ihr, egal welchem Typ ihr angehört, beachten solltet: nur bei Hunger essen; erst wieder Essen, nachdem die letzte Mahlzeit verdaut wurde; die Hauptmahlzeit mittags einnehmen, wenn die Verdauung am stärksten funktioniert; nie bei innerer Unruhe, nicht im Stehen oder in Eile essen; sich nicht völlig satt essen („nur zwei Hände voll“); frische und vorzugsweise regionale Lebensmittel verzehren; bei Durst Wasser (abgekocht, nie kalt) und Kräutertee trinken.