Beißzwang? So gewöhnst Du Dir lästiges Nägelkauen ab

Nägel-kauen
Schätzungen zufolge kaut jeder zehnte Erwachsene an seinen Nägeln.

 

Es ist ein weit verbreitetes Problem, das viele Menschen belastet: Zwanghaftes Nägelkauen. Jeder zehnte Erwachsene leidet Schätzungen zufolge unter dem läßtigen Beißzwang. Unter Schulkindern ist sogar jedes dritte betroffen. Wir erklären, was hinter dem zwanghaften Nägelkauen steckt, und wie man dagegen ankommt.  

Onychophagie ist der Fachbegriff für zwanghaftes Nägelkauen. Ursachen und Auswirkung sind bei den meisten Betroffenen unterschiedlich. Während manche aus Nervosität gelegentlich an den Fingernägeln knabbern, gibt es andere, die ihre Nägel und die umliegende Haut bis aufs Blut hinunterkauen. Psychologen bezeichnen dieses Handeln als “Leerlaufhandlung”, die eine gewisse Befriedigung mit sich bringt. Denn obwohl es meist ein unbewusstes Verhalten ist, hilft sie dabei, Spannungen abzubauen. Nur selten liegt ein schwerwiegendes psychisches Problem zugrunde.

Nägelkauen verursacht nachhaltige Schäden

Doch auch wenn die Gründe dafür oft harmlos sind: Ständiges Nägelkauen schädigt sowohl die Nagelhaut, als auch die Nagelplatte nachhaltig. Die Nagelplatte ist in der Regel stark zurückgebissen, die Nagelhaut verdickt und der Nagelwallbereich oft verhornt und vergrößert. Bei Nägelkauern, die auch an der Nagelhaut knabbern, weißt diese nicht selten ein starkes Wachstum auf und bedeckt einen großen Teil der Nagelplatte. Im schlimmsten Fall können Krankheitserreger durch wunde Stellen in die Nagelpfalz oder ins Nagelbett gelangen und schwere Entzündungen hervorrufen.

Pflege ist das A und O

Doch es gibt Therapien gegen den Beißzwang. Wichtig hierbei ist die regelmäßige Pflege und Kontrolle der Nägel. Experten empfehlen einen konsequenten Behandlungsplan und Kontrolltermine im 2-Wochen-Rythmus. Diese können mit einem Nagelstudio vereinbart werden, oder man bittet Freunde oder Bekannte um Mithilfe bei der Therapie.

Regelmäßige Handbäder und die Pflege mit Nagelhautöl helfen der Haut bei der Regeneration. Aber auch der angegriffene Naturnagel muss gepflegt werden. Kreatinpräperate aus der Apotheke oder dem Drogeriemarkt unterstützen die Behandlung des angegriffenen Nagels. Regelmäßiges Feilen verhindert ausgefasert Nagelränder, die schnell zu erneutem Nägelknabbern verleiten.

Küstliche Nagelverstärkung verspricht Erfolge

Bei Frauen empfiehlt es sich, die Nägel in einer Signalfarbe wie rot zu lackieren. Auf bunt lackierten Nägeln wird erfahrungsgemäß weniger geknabbert. Auch diverse bitter schmeckende Präperate, die auf den Nagel lackiert werden, können Abhilfe schaffen. Bei Härtefällen versagen diese allerdings in der Regel, da sich der Nagelkauer schnell an den bitteren Geschmack gewöhnt.

Äußerst erfolgsversprechend ist die Nagelbeißer-Therapie mithilfe von Verlängerungen oder Verstärkungen der Nägel. Experten zufolge liegt hier die Erfolgsquote bei etwa 70 Prozent. Allerdings ist dies auch die teuerste und aufwendigste Variante der Therapie. Doch der Einsatz lohnt sich.