Basische Ernährung im Alltagstest

Basische Ernährung
Die basische Ernährung ist im Alltag gar nicht so leicht umzusetzen.


Wenn es um gesunde Ernährung geht, gehört basische Kost mittlerweile zum Thema Nummer Eins. Fast jeder hat schon einmal von basischen oder sauren Lebensmitteln gehört. In der Presse auch oft unter dem Trend „Detox“ ein gängiger Begriff, der als Garant für Gesundheit, Fitness und Schlankheit gilt. Selbst Stars wie Jennifer Aniston, Kirsten Dunst und Victoria Beckham schwören auf Basenkost. Doch, was steckt hinter der basischen Ernährungsform und ist es tatsächlich das ultimative Rezept für einen vitalen Körper? Also, von wegen sauer macht lustig?

Darum geht es in der basischen Ernährung

Das ganze Thema der basischen Ernährung ist sehr umfangreich und beruht auf komplexen Vorgängen und Stoffwechselprozessen in unserem Körper – daher auch schwer zu vereinfachen, ohne wichtige Aspekte unter den Tisch zu kehren. Im Internet gibt es viele, teils auch sehr verwirrende Informationen – selbst Wissenschafter sind sich uneins, ob ein höherer Basengehalt wirklich Krankheiten und Co entgegenwirkt. Dennoch für Euch auf einen Punkt gebracht: Die basische Ernährung beruht auf der Annahme, dass der Verzehr von sauren Lebensmitteln den Körper langfristig übersäuert und auf Dauer krankmacht. Auch Symptome wie schlechte Haut, Müdigkeit und Gewichtszunahme führt man darauf zurück. Basische Lebensmittel hingegen sind die Guten und sorgen für einen ausgeglichen Säure-Base-Haushalt im Körper. Doch, was oft gar nicht erwähnt wird, ist, dass ein gesunder Mensch über körpereigene Puffersysteme überschüssige Säuren neutralisiert, ohne dabei zu übersäuern. Deshalb ist der weit verbreitete Ansatz, saure Lebensmittel fast vollkommen aus dem Speiseplan streichen zu müssen, so nicht ganz richtig.

Ist eine streng basische Ernährung überhaupt möglich?

Wenn man sich die Liste von sauren Lebensmitteln ansieht, denn stellt sich zurecht die Frage: Was darf ich denn überhaupt noch essen? Streng genommen würde der Verzicht auf saure Lebensmittel bedeuten, dass wir Fleisch, Gluten (und damit auch vegetarischen Fleischersatz), Milchprodukte, Eier, Fisch und Meeresfrüchte, Getreide und Backwaren, Zucker, verschiedene Dicksäfte und Honig, Fertigprodukte, Softdrinks, Kaffee, Alkohol, kohlensäurehaltige Getränke (auch Mineralwasser!), Tee (außer Kräutertee), Senf, Essig und Ketchup künftig aus unserem Speiseplan streichen müssten. Eben, selbst ein Vegetarier wird damit Schwierigkeiten haben. Und überhaupt, wo bleibt da noch der Genuss, und dabei machen doch Kohlenhydrate (in Maßen!) wie unsere geliebten Nudeln doch so glücklich? Deswegen geht es wohl eher darum, eine ausgewogene Balance zu finden, was bedeutet, so viel basische Lebensmittel wie nur möglich zu verzehren, während saure reduziert werden. Übrigens gibt es unter den sauren Lebensmitteln besonders böse, und andere, die sogar offiziell erlaubt sind, insofern sie mit basischen kombiniert werden. Wie Ihr seht, das ganze Thema ist nicht so einfach und kann keinesfalls in einer kurzen Ad-hoc-Anleitung wiedergegeben werden – auch wenn das viele Herausgeber versuchen.

So funktioniert ein vernünftiger basischer Alltag

Natürlich ist der Ansatz im Sinne einer gesunden Ernährung berechtigt und sehr förderlich, vor allem, wenn man berücksichtigt, dass immer mehr saure Nahrungsmittel Einzug in unseren Speiseplan finden. In Anbetracht der Tatsache, dass unser Körper sehr wohl mit sauren Lebensmitteln fertig wird und Menschen in anderen Kulturen und in der Vergangenheit es trotz saurer Nahrungsmittel schaff(t)en, gesund zu bleiben, sieht ein vernünftiger Umgang im Alltag eher so aus: Verschafft Euch anhand einer Liste (z. B. www.saure-und-basische-lebensmittel.html) einen Überblick über saure und basische Lebensmittel. Stellt dann bewusst Euren Speiseplan zusammen, mit Fokus auf gesunde und basische Kost. Die Sauren kommen ja ohnehin vor, denn wie Ihr gesehen habt, ohne bleibt kaum mehr was übrig, als vorrangig Obst, Gemüse und ein paar Nüsse. Außerdem ist das Wichtigste einer jeden gesunden Ernährungsform die langfristige Anwendung und dass sie in unser Leben passt – sei es in die Familie, das Mittagessen mit Kollegen oder das Dinner mit Freunden. Denn würde man die basische Ernährung streng befolgen, hieße das, dass man zu oft alleine vor seinem Teller sitzt – und glücklich macht das mit Sicherheit nicht.